Wenn jemand rauchen möchte, muss er schon den Balkon finden…

17 11 2009

Das war der Spruch, den die Stewardess vor meinem gestrigen Rückflug nach Berlin sagte. Den Balkon hat allerdings keiner gefunden…

Seit gestern bin ich also wieder zu Hause, obwohl es sich noch nicht so anfühlt, wie „zu Hause“. Eher wie ein Hotelzimmer, in das man kurzfristig absteigt. Heute ist schon wieder mein erster Schultag und nach einer kurzen Nacht musste ich mich dann also wieder in die Tube, nein, natürlich die S-Bahn quetschen und zur Schule fahren. Seltsam. Gerade bin ich doch noch quer durch London gedüst.

Es wird glaube ich noch einige Tage dauern, ehe ich mich wieder eingewöhnt habe. Schade, dass diese 8 Wochen so schnell vorüber gegangen sind. 8 Wochen England – es war eine wunderschöne Zeit, ich habe schon fast ein bisschen „Heimweh“ dorthin.





Good Bye Great Britain!

12 11 2009

Heute ist er also, mein letzter Tag des Auslandspraktikums. Ein letztes Mal früh aufstehen, das leckere Frühstück genießen,ein letztes Mal in die University of Cambridge gehen, vorbei an altehrwürdigen Colleges, verrückten Fahrradfahrern und hektischen Universitätsmitarbeitern, ein letztes Mal den Kollegen ein „good morning“ wünschen, ein letztes Mal Recherche, ein letztes Mal Sausage Rolls oder Cornish Pasty in der Pause, ein letztes Mal auf den Feierabend warten und dann heißt es „Good Bye“.

Dann ist der offizielle Teil meines Auslandspraktikums in Eastbourne, bzw. Cambridge vorbei. Meine Sachen habe ich schon gepackt und am Abend werde ich dann nach London fahren, um das Praktikum standesgemäß in der englischen Hauptstadt ausklingen zu lassen und die Zeit etwas Revue passieren zu lassen. Schon am Montag dann heißt es wieder Zittern und Hoffen am Flughafen, dass die Waage meiner Gasteltern Recht hatte und ich knapp unter den erlaubten 20 Kilo bleiben werde. Sonst muss ich meine letzten Pounds zusammenkratzen und eine Extragebühr bezahlen. Na ja, we will see. Aber zunächst werde ich noch etwas aktiv sein und am z.B. Sonntag noch eine Stadiontour beim FC Liverpool mitmachen, auf die ich mich schon die gesamte Zeit freue.

Morgen ist aber, wie gesagt, der offizielle Teil vorbei und ich kann es irgendwie noch gar nicht glauben, dass jetzt schon 8 Wochen vorbei sein sollen. Ich bin doch gerade erst abgeflogen!? Gerade erst angekommen!?

Das Auslandspraktikum war auf jeden Fall eine unglaubliche Erfahrung, die ich mein gesamtes Leben nicht vergessen werde. Ich habe in den 8 Wochen so viel erlebt, gesehen, gehört, wie in keinen anderen 8 Wochen meines Lebens. Es war einfach eine wunderschöne Zeit… Schade, dass sie schon vorbei ist. Andererseits freue ich mich schon sehr auf zu Hause, Familie, Freunde und es wird auch langsam mal wieder Zeit für ein anständiges Deutsches Bier!!!





Der 9. November, ein besonderes Datum

9 11 2009

Auch diesmal, nicht nur, weil daheim gerade „Wall anniversary“, wie es hier heißt, gefeiert wird, sondern auch, weil heute mein erster Arbeitstag in der University of Cambridge anstand. Mit etwas flauem Magen machte ich mich also auf den Weg in das im Jahr 1347 gegründete Pembroke College, meinem Arbeitsplatz für die nächste Woche. Als ich aus dem Haus trat empfing mich erst mal eine Eiseskälte und Nebel, die ganze Stadt war in diesen Nebel gehüllt, wie gemacht für eine düstere Filmkulisse.

Ich war, irgendwie typisch deutsch, viel zu früh da und so musste ich mir noch ein wenig die Beine vertreten. Als ich dann in die die Portiersloge betrat, also das Pförtnerhaus, begrüßte mich ein Pförtner im Anzug (!!!) schon mit einem freundlichen: „Hello young man“. Er wusste gleich, wer ich bin und mit wem ich mich treffen wollte.

Nach einiger Wartezeit traf ich mich dann mit meiner, Deutsch sprechenden, Bezugsperson, dem Director of Studies in Modern & Medieval Languages. Dieser setzte mich vorerst in der Bücherei ab, da er kurzfristig noch ein anderes Treffen hatte. Diese Treffen, wie er mir später sagte, diente dazu, letzte Details bezüglich des Besuchs und der Lesung  von Henry Kissinger am Pembroke College vorzubereiten (zu der ich auch eingeladen bin).

Dann gingen wir zusammen in eins seiner 2 Büros, was ich in der nächsten Woche belegen werde, da er im anderen arbeiten wird  und er stellte mich seiner Sekretärin vor und zeigte mir etwas vom Gelände.

Anschließend gingen wir zusammen meine erstellten Ergebnisse aus Eastbourne durch. Er war damit mehr als zufrieden und meinte, dass man daraus mindestens 2 Doktorarbeiten schreiben könne. Immer wieder markierte er sich besonders interessante Resultate. Die Ergebnisse möchte er dazu benutzen, um einen großen Antrag auf Forschungsgelder der bei der EU zu stellen.  Letztendlich nannte er mir noch einige viele Wünsche für diese paar Tage, die ich erledigen kann. Unter anderem möchte er, dass ich bei einigen Verbänden noch genauer die Geschichte recherchiere, eine weitergehende Analyse des Buches „The Encyclopedia of International Games“ und noch einige generelle Verbesserungen an meinen erstellten Excel Tabellen sowie eine tiefergehende Recherche nach ersten Europäischen Wettbewerben. Na mal gucken, wie weit ich damit komme.

Morgen bin ich zunächst mal zum Abendessen zu ihm und seiner Familie nach Hause eingeladen. Überhaupt, auch hier in Cambridge treffe ich wieder auf eigentlich ausnahmslos nette und hilfsbereite Menschen. Wenn man hier nicht den Weg weiß und jemanden fragt, bekommt man nicht etwa entgegen geblafft: „Wie soll ick’n det wissen, seh‘ ick aus wie ne Infosäule oda wat?“ sondern meistens eine sachkundige, freundliche Beschreibung des Weges. Wenn mal jemand den Weh nicht weiß, heißt es nicht „keene Ahnung“ oder „weeß ick nich“, sondern „ohh, I’m sorry, I don’t know but maybe you could ask…“

Für meine Aufgaben hier habe ich jedenfalls die besten Voraussetzungen, Büro, PC, Telefon und: eine Sekretärin! (Na ja, ist nicht ganz meine aber sie sitzt halt im Nebenraum ;-)

Apropos Voraussetzungen, für die Aufnahme in der „University of Cambridge“ sind diese nicht ganz ohne, eine 1 im Abi ist Pflicht, wenn man dann Glück hat und die erste Hürde genommen hat, kommen noch 3 Vorstellungsgespräche à 30 min auf einen zu. Oder man kommt durch ein Praktikum im Rahmen eines Stipendiums hinein…aber das geht ja nur eigentlich nur im Traum, oder?





HINC LUCEM ET POCULA SACRA…

8 11 2009

…Von hier Erleuchtung und heiliges Wissen.

So lautet das Motto der „University of Cambridge“. In den nächsten 5 Tagen werde ich testen, ob auch ich davon profitieren kann.

Heute jedenfalls habe ich erst mal eine Stadtführung von meiner Gastmutter erhalten. Sie führte mich durch große Teile der Stadt und auch in die „heiligen Hallen des Wissens“, einige Colleges. Es ist schon beeindruckend und faszinierend, wenn man sich quasi auf den Spuren von Isaac Newton, Charles Darwin und anderen berühmten Wissenschaftlern bewegt und dabei bedenkt, dass die Uni gerade ihren 800. Geburtstag feiert.

Das gesamte Stadtbild ist von Gebäuden der Uni geprägt. Dazu gibt es extra Bekleidungsläden, in denen man sich alles von seinem College, von Socken über Schals, bis hin zum Pullover kaufen kann. Meine Gastmutter, die übrigens in Oxford studiert hat, meinte, dass die Studiengebühr hier bei 20.000-25.000 Pfund pro Jahr liegen soll.

Bildung ist also doch eine Frage des Geldes, oder?

Kings College

Na ja, jedenfalls ist morgen mein erster Arbeitstag im Pembroke College, was übrigens 1347 gegründet wurde, etwas nervös bin ich ehrlich gesagt schon.

Aber egal, ich freue mich jedenfalls auf eine Woche in einem Arbeitsumfeld, in das sonst nur gut betuchte, kluge Menschen kommen und in das nicht jeder kommt. Nicht umsonst wurde die University zur zweitbesten Universität der Welt gewählt. Siehe Hier.

 

University of Cambridge





Abreise und Ankunft

6 11 2009

Heute war es also soweit, es war mein letzter Tag in Eastbourne. Ich besprach mich noch ein letztes Mal mit dem Professor und erstellte noch einige Ausdrucke des von mir erstellten Materials. Dann verabschiedete ich mich von allen und ging frühzeitig nach Hause, um die letzten Sachen noch einzupacken. Meine Gastmutter brachte mich zum Bahnhof und dann verabschiedete ich mich auch von ihr, was wirklich nicht so einfach war, nach 7 Wochen „unter einem Dach“.

Die Entscheidung, die ich gestern traf, mit dem Taxi von London Victoria nach Kings Cross zu fahren, wo mein Zug nach Cambridge abfuhr, war eine gute! Ich hätte es niemal geschafft, mit der Masse an Gepäck in die U Bahn zu kommen.

Meine neue Gastfamilie ist ein älteres, sehr nettes Ehepaar. Sie beherbergen öfter Studenten, davon zeugen die 3 (!!!) Gästezimmer. Auch das Haus an sich ist riesig, hat 2 Stockwerke und handgezählte 10 Räume. Meine Gastmutter hatte freundlicherweise noch etwas zu Essen ürig gelassen und so konnte ich dann noch meinen leeren Magen füllen. Sie scheint eine sehr mitteilungsbedürftige Dame zu sein, denn während ich aß, erzählte sie mir so einiges und riss dabei eine unzählige Menge von Themen an, ich kam überhaupt nicht dazu zu antworten.

Na ja, jedenfalls scheint sie nett zu sein und das ist ja das Wichtigste.

Morgen werde ich dann das letzte Mal zum Fußball hier gehen (Tottenham-Sunderland) und am Sonntag werde ich Cambridge mal genauer unter die Lupe nehmen. Über beides werde ich natürlich berichten.





Schönen Gruß und auf Wiedersehen…

5 11 2009

Das war er also, mein letzter „richtiger“ Tag in Eastbourne. Morgen Nachmittag schon geht es für mich gen Norden, in die Stadt Cambridge. Irgendwie seltsam, nach 7 Wochen bei einer Gastfamilie, an die ich mich inzwischen doch recht gut gewöhnt habe, die Sachen zu packen und das Zimmer aufzuräumen…

Morgen fahre ich dann wie gesagt nach Cambridge. Dazu muss ich jedoch zur Rush Hour einmal quer durch London fahren, vom Süden in den Norden. Das diese Fahrt eine heilloses Unterfangen wird, vor allem mit 2 Koffern, habe ich gestern Abend eingesehen. Da war ich zur selben Zeit in London, um zum Champions League Spiel zwischen Arsenal London und AZ Alkmaar (4:1) zu fahren. Es ist einfach zu voll, man kommt kaum mit einer einfachen Tasche in die U Bahn, geschweige denn, mit 2 Koffern. Es wird mir also nichts anderes übrig bleiben, als in ein schwarzes Cab zu steigen und Taxi zu fahren, das wird zwar deutlich teurer als eine Fahrt mit der U Bahn, dafür sehe ich noch etwas mehr von der Stadt.

In Cambridge werde ich auch wieder bei einer Gastfamilie übernachten, allerdings weiß ich bis jetzt noch nicht genau, wo sich diese befindet. Erst musste ich das Geld im Voraus von meiner Bank an die englische überweisen lassen (was komischerweise länger dauert, als eben mal so Millionen zwischen Tokio und New York hin und her zu schieben) und dann, als die Dame von der Agentur mir die Adresse nennen wollte, stürzte deren Computersystem ab. Sie meinte, es wird das Erste sein, was sie morgen (Freitag) machen wird. Na ja, schaun mer mal, dann sehn’ mer schon!

Auf jeden Fall heißt es nun Abschied nehmen von Eastbourne, das ich inzwischen echt mag und meiner Gastfamilie, die ich nicht besser hätte treffen können! Good Bye!





Museen: langweilige, verstaubte, leere Gebäude! Oder doch nicht?

1 11 2009

Diese Wochenende war ein ganz besonderes, nicht nur, weil es mein letztes hier in Eastbourne war sondern gerade auch, weil meine Schwester mich besuchte. Gemeinsam machten wir dann London „unsicher“. Am Samstag, an dem Halloween war, waren wir dem Anlass angemessen im Tower of London, zu dem meine Schwester bemerkte, dass es nicht ginge, „wenn man 8 Wochen in der Nähe von London wohnt und dann nicht im Tower war“. Also hin.

Der Eintritt von 17 Pfund verschlug einem jedoch erst einmal die Sprache. Zum Glück hatte ich meinen Bibliotheksausweis der Uni von Brighton dabei und somit kostete es „nur“ 14,50 Euro. Dieses Geld war allerdings wirklich gut angelegt! Es ist einfach beeindruckend sich innerhalb der wunderschönen alten Gemäuer zu befinden und die Geschichte dieses Ortes förmlich spüren zu können. Man kann sich entweder einer Tour anschließen oder den Tower allein erkunden, für die individuelle Variante entschieden wir uns. Besonders beeindruckend waren natürlich die „Crown Jewels“, die sich in einem Tresorraum befinden, dessen Türen jeweils 2.000 Kilo wiegen (!!) Bevor man an den Juwels mittels „Laufband“ vorbeigeschleust wurde, wird einem auf einer großen Leinwand die Krönung von Queen Elisabeth gezeigt, quasi zur Einstimmung auf die Juwels. Die gezeigte Krönung, zu der wir persönlich ja keinerlei Beziehung haben und die auch schon einige Zeit zurückliegt, war wirklich beeindruckend und man sah sich etwas in die feierliche Stimmung zurückversetzt.

Nach diesem Highlight fuhren wir mit der Dockland Railway, einer Art S-Bahn, nach Greenwich. Auf dem Weg dorthin fuhren wir auch durch Canary Wharf, das Bankenviertel Londons. Viele Heuschrecken und „Boni-Bezieher“ sah man allerdings nicht auf den Straßen, vielleicht auch, weil es Samstag war.

In Greenwich gingen wir zum Royal Observatory, von dem man einen unglaublichen Blick auf London hatte. Zurück ging es dann wieder durch den Greenwich Park, der ebenfalls wunderschön ist, gerade wenn Herbst ist und jeder Baum eine andere Farbe hat.

Am Abend dann testeten wir das Nachtleben Eastbournes, was gerade an Halloween, sehr interessant ist. Überhaupt, Halloween hat hier eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland. Besonders „Trick or Treat“ ist unter der jüngeren Generation sehr beliebt. Meine Gastmutter lief wie im Laufrad von der Küche zur Tür und murmelte dabei: „three lollies left…two lollies left…one lolly left .“

Am Sonntag dann war endlich ;-) mal wieder englisches Wetter. Wahrscheinlich auch deshalb haben wir unseren Zug verpasst und konnten somit erst eine Stunde später als geplant in London sein. Da allerdings so schönes „Museumswetter“ war, entschlossen wir uns in das British Museum zu gehen. Ich glaube ich habe noch nie ein volleres Museum gesehen. Das Museum an sich ist einfach unglaublich – groß, interessant, schön! Der Architekt Norman Foster hat da ganze Arbeit geleistet, wie ich finde. Es gibt eine riesige Auswahl an Exponaten und man würde es auch in einer Woche Campen im Museum nicht schaffen, sich alles anzugucken. Wir ließen uns einfach ein wenig treiben, soweit die Füße und der mittlerweile knurrende Magen uns trugen. Als wir wieder auf die Straße traten, was gar nicht so einfach war wegen der mittlerweile entstandenen, mind. 300 Meter langen Schlange, schien uns wieder die Sonne ins Gesicht und wir konnten unsere Tour unter freiem Himmel fortsetzen.

Insgesamt war es also ein sehr schönes, kulturelles Wochenende.

Nun beginnt schon meine letzte Woche hier in Eastbourne und der Zeitpunkt nähert sich schnell, an dem ich den Ort, der 7 Wochen mein Zuhause war, verlassen muss. Meine Gastmutter jedenfalls hat mir schon mal gesagt, dass ich immer herzlich Willkommen bin und sie sich sehr freuen würde, wenn ich mal wieder vorbei käme. Und das ist doch was, oder?

Alle Bilder zu meinem Wochenende wie immer HIER





Eastbourne Gazette

28 10 2009

Ab heute sind meine Beobachtungen zur Eastbourne Gazette online… HIER





In der Ruhe liegt die Kraft?

27 10 2009

Das sagt man ja immer so schön. Aber stimmen tut es irgendwie nicht so ganz. An meinem Arbeitsplatz ist es nämlich immer ruhig und leise, weil alle still an irgendetwas arbeiten. Es fällt kaum ein Wort und man kann sprichwörtlich eine Stecknadel fallen hören. Daran habe ich mich irgendwie noch nicht gewöhnt und werde es auch glaube ich nicht mehr. Ich mag es lieber etwas lebhafter und belebter am Arbeitsplatz, hier wäre das auch sehr schön, gerade um noch mehr dazu gezwungen zu werden, englisch zu reden. Na ja, vielleicht wird das ja in meiner letzten Woche in Cambridge anders… Hier in Eastbourne habe ich jetzt noch 8 Arbeitstage und ein Wochenende vor mir und so langsam fängt die Zeit an zu rennen. Aber bevor ich nach Cambridge fahre, gibt es hier noch einiges zu tun, u.a. einiges an „Schriftkram“ für das Leonardo da Vinci Projekt der EU, was letztendlich doch mehr ist, als ich vorher gedacht hätte. Am Wochenende bekomme ich dann Besuch aus der Heimat, dann wird mich meine Schwester besuchen.

 

Ach ja, HIER kann man übrigens meinen Bericht über den „Independent“ nachlesen.





Ein Azubi in einer Uni…

23 10 2009

Meine Aufgabe in der Uni besteht grundsätzlich darin, etwas über die Geschichte des Europäischen Sports und dessen Verbände herauszufinden. Dazu gehören Gründungsdaten und Gründungsmitglieder der Verbände, auch von internationalen. Außerdem ist es meine Aufgabe herauszufinden, wann die ersten Europarekorde von Sportarten dokumentiert wurden und erste europäische Wettbewerbe in verschiedenen Sportarten, z.B. Schwimmwettbewerbe oder Leichtathletik Meetings stattfanden. Zusätzlich erstelle ich Diagramme, die verdeutlichen wann, wo und mit welchen Teilnehmern internationale Sportwettbewerbe stattfanden. Dabei stößt man auf allerhand kuriose Spiele, z.B. die „International Electric Engineering Worker Games“ oder die Interallied Games, die nur einmal stattfanden, 1919, wo u.a. hand-grenade throwing, also Handgranatenweitwurf dazu gehörte, um die Soldaten zu trainieren.

Was ich außerdem bisher herausgefunden habe, ist durchaus interessant, z.B. wurden 38% der von mir analysierten Verbände in einer französisch sprechenden Stadt gegründet. Oder: zwischen 1920-1925 wurden außerordentlich viele Verbände gegründet – 9 an der Zahl.

Oder der Zeitraum zwischen 1920 und 1933, da nahm Großbritannien an 97% aller Spiele teil, war aber kein einziges Mal Ausrichter.

Großbritannien war (und ist es immer noch teilweise) ein sehr sportorientiertes Land, sie nahmen im Zeitraum von 1896-1933 an 83% aller Spiele teil und liegen damit deutlich vor Frankreich mit knapp 50%.

All dieses und noch viel mehr habe ich bisher analysiert und werde ich in den verbleibenden Wochen noch analysieren. Der Professor und ich kommen dazu wöchentlich mindestens einmal zusammen, um die Ergebnisse zu besprechen. Er ist dabei immer recht anspruchsvoll und möchte immer wissen, wie ich die Lage genau einschätze und wie ich dies alles analysieren würde, nicht immer so einfach, aber ich gebe mein Bestes! Überhaupt ist es schon sehr herausfordernd aus einer Ausbildung von 0 auf 100 in ein wissenschaftliches Arbeitsumfeld „geschmissen“ zu werden und nicht immer jemanden „griffbereit“ zu haben, den man auf deutsch ansprechen kann…aber genau wegen dieser Herausforderung mache ich das Praktikum ja!

Den versprochenen Bericht über die „Question Time“ bei der BBC, an der Nick Griffin, der Chef der British National Party teilnahm, muss ich verschieben, denn am Montag gibt es in der Uni eine Diskussionsrunde mit Studenten, die extra deswegen einberufen wurde, von der ich dann berichten werde, wenn ich teilnehmen darf. HIER gibt es allerdings schon jetzt einen Bericht dazu.

Zum Schluss kann ich berichten, dass nach 5 Wochen körperlichem Faulenzen ein Fußballspiel echt anstrengend sein kann. Heute gab es nämlich eins und zwar auf dem Sportplatz der Uni mit Studenten und Professoren.Meine Beine fühlen sich echt schwer an. Die Vorurteile, die man über Engländer hat, konnte ich ja bisher eigentlich alle entkräften – beim Fußball treffen sie jedoch alle zu! Das war heute „kick and rush“ in Perfektion. Da kam ich mir schon komisch vor, wenn ich versucht habe, den Ball mal etwas länger in den eigenen Reihen zu halten und nicht immer gleich nach vorne zu schlagen… Ein weiteres Vorurteil über englische Fußballspieler: Sie verschießen sehr oft Elfmeter. Ja! Auch das ist heute passiert und zwar auf ein leeres Tor.

Jemand meinte vor dem Schuss noch: „Schade, dass wir nicht den Deutschen im Team haben“. Nach dem Schuss konnte ich mir dann ein Lächeln nicht verkneifen und freute mich insgeheim über dieses positive Vorurteil über „die Deutschen“.

Ach ja, das Spiel endete mit 4:4, eine Vorlage zu einem Tor konnte  ich geben…

Es fragte jedoch keiner, von welcher Mannschaft das Trikot ist, dass ich anhatte, vielleicht in England auch nicht weiter verwunderlich – es war natürlich eins von Hertha!








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