Ab heute sind meine Beobachtungen zur Eastbourne Gazette online… HIER
In der Ruhe liegt die Kraft?
27 10 2009Das sagt man ja immer so schön. Aber stimmen tut es irgendwie nicht so ganz. An meinem Arbeitsplatz ist es nämlich immer ruhig und leise, weil alle still an irgendetwas arbeiten. Es fällt kaum ein Wort und man kann sprichwörtlich eine Stecknadel fallen hören. Daran habe ich mich irgendwie noch nicht gewöhnt und werde es auch glaube ich nicht mehr. Ich mag es lieber etwas lebhafter und belebter am Arbeitsplatz, hier wäre das auch sehr schön, gerade um noch mehr dazu gezwungen zu werden, englisch zu reden. Na ja, vielleicht wird das ja in meiner letzten Woche in Cambridge anders… Hier in Eastbourne habe ich jetzt noch 8 Arbeitstage und ein Wochenende vor mir und so langsam fängt die Zeit an zu rennen. Aber bevor ich nach Cambridge fahre, gibt es hier noch einiges zu tun, u.a. einiges an „Schriftkram“ für das Leonardo da Vinci Projekt der EU, was letztendlich doch mehr ist, als ich vorher gedacht hätte. Am Wochenende bekomme ich dann Besuch aus der Heimat, dann wird mich meine Schwester besuchen.
Ach ja, HIER kann man übrigens meinen Bericht über den “Independent” nachlesen.
Kommentare : Kommentar schreiben »
Kategorien : Gemischtes
Ein Azubi in einer Uni…
23 10 2009Meine Aufgabe in der Uni besteht grundsätzlich darin, etwas über die Geschichte des Europäischen Sports und dessen Verbände herauszufinden. Dazu gehören Gründungsdaten und Gründungsmitglieder der Verbände, auch von internationalen. Außerdem ist es meine Aufgabe herauszufinden, wann die ersten Europarekorde von Sportarten dokumentiert wurden und erste europäische Wettbewerbe in verschiedenen Sportarten, z.B. Schwimmwettbewerbe oder Leichtathletik Meetings stattfanden. Zusätzlich erstelle ich Diagramme, die verdeutlichen wann, wo und mit welchen Teilnehmern internationale Sportwettbewerbe stattfanden. Dabei stößt man auf allerhand kuriose Spiele, z.B. die „International Electric Engineering Worker Games“ oder die Interallied Games, die nur einmal stattfanden, 1919, wo u.a. hand-grenade throwing, also Handgranatenweitwurf dazu gehörte, um die Soldaten zu trainieren.
Was ich außerdem bisher herausgefunden habe, ist durchaus interessant, z.B. wurden 38% der von mir analysierten Verbände in einer französisch sprechenden Stadt gegründet. Oder: zwischen 1920-1925 wurden außerordentlich viele Verbände gegründet – 9 an der Zahl.
Oder der Zeitraum zwischen 1920 und 1933, da nahm Großbritannien an 97% aller Spiele teil, war aber kein einziges Mal Ausrichter.
Großbritannien war (und ist es immer noch teilweise) ein sehr sportorientiertes Land, sie nahmen im Zeitraum von 1896-1933 an 83% aller Spiele teil und liegen damit deutlich vor Frankreich mit knapp 50%.
All dieses und noch viel mehr habe ich bisher analysiert und werde ich in den verbleibenden Wochen noch analysieren. Der Professor und ich kommen dazu wöchentlich mindestens einmal zusammen, um die Ergebnisse zu besprechen. Er ist dabei immer recht anspruchsvoll und möchte immer wissen, wie ich die Lage genau einschätze und wie ich dies alles analysieren würde, nicht immer so einfach, aber ich gebe mein Bestes! Überhaupt ist es schon sehr herausfordernd aus einer Ausbildung von 0 auf 100 in ein wissenschaftliches Arbeitsumfeld „geschmissen“ zu werden und nicht immer jemanden „griffbereit“ zu haben, den man auf deutsch ansprechen kann…aber genau wegen dieser Herausforderung mache ich das Praktikum ja!
Den versprochenen Bericht über die „Question Time“ bei der BBC, an der Nick Griffin, der Chef der British National Party teilnahm, muss ich verschieben, denn am Montag gibt es in der Uni eine Diskussionsrunde mit Studenten, die extra deswegen einberufen wurde, von der ich dann berichten werde, wenn ich teilnehmen darf. HIER gibt es allerdings schon jetzt einen Bericht dazu.
Zum Schluss kann ich berichten, dass nach 5 Wochen körperlichem Faulenzen ein Fußballspiel echt anstrengend sein kann. Heute gab es nämlich eins und zwar auf dem Sportplatz der Uni mit Studenten und Professoren.Meine Beine fühlen sich echt schwer an. Die Vorurteile, die man über Engländer hat, konnte ich ja bisher eigentlich alle entkräften – beim Fußball treffen sie jedoch alle zu! Das war heute „kick and rush“ in Perfektion. Da kam ich mir schon komisch vor, wenn ich versucht habe, den Ball mal etwas länger in den eigenen Reihen zu halten und nicht immer gleich nach vorne zu schlagen… Ein weiteres Vorurteil über englische Fußballspieler: Sie verschießen sehr oft Elfmeter. Ja! Auch das ist heute passiert und zwar auf ein leeres Tor.
Jemand meinte vor dem Schuss noch: „Schade, dass wir nicht den Deutschen im Team haben“. Nach dem Schuss konnte ich mir dann ein Lächeln nicht verkneifen und freute mich insgeheim über dieses positive Vorurteil über „die Deutschen“.
Ach ja, das Spiel endete mit 4:4, eine Vorlage zu einem Tor konnte ich geben…
Es fragte jedoch keiner, von welcher Mannschaft das Trikot ist, dass ich anhatte, vielleicht in England auch nicht weiter verwunderlich – es war natürlich eins von Hertha!
Kommentare : Kommentar schreiben »
Kategorien : Aufgaben
„Starbucks vs. Costa“, oder: Kaffee gegen Kaffee
21 10 2009Manchmal kommt es mir schon komisch vor, das Land in dem ich seit nunmehr guten 4 Wochen lebe. Nicht nur, dass es den Linksverkehr gibt, die Menschen aber auf der Rolltreppe rechts stehen (worauf ich später noch eingehen werde) sondern auch ob der teilweise recht aggressiven Werbung. Ein Teil dieser Werbung spielt sich in dem „Kampf um die Kaffekunden“ ab (wenn ich ein Journalist bei einer britischen Boulevardzeitung wäre, würde ich es sicher „Battle of coffee“ nennen), ganz so schlimm ist dann aber doch wieder nicht.
Es geht um die Kaffeehäuser Starbucks (den etablierten Anbieter) und den Neuling Costa, der wohl relativ frisch auf dem Markt zu sein scheint. Schlägt man eine englische Tageszeitung auf und schaut sich genauer die Anzeigen an, so fällt einem auf, dass diese beiden Kaffeehäuser sich mittels Werbung mit relativ offenem Visier beharken. Die Costa Werbung sagt z.B., dass
„Some places make coffee by pressing a button. At Costa, our Baristas make every cup by hand”
Ihr Werbeslogan lautet deutlich “we make it better”.
Starbucks kontert ein paar Seiten später mit „If your coffee’s not perfect, we’ll make it again. If it’s still not perfect, you’re clearly not in Starbucks. “
Ich kann dazu sagen, dass ich schon bei beiden war und mir beide Kaffees gut geschmeckt haben.
So, nun aber Schluss mit der Schleichwerbung und hin zu einem anderen Thema.
Warum stehen die Engländer auf der Rolltreppe eigentlich rechts, obwohl sie doch Linksverkehr haben? Nun, die Antwort steht heute in der „Times“.
Die damaligen Rolltreppen endeten nämlich nicht wie die heutigen, rechtwinklig zur Richtung, sondern anscheinend diagonal, sodass der rechte Fuße quasi als erster ankam. Die Idee dahinter war, dass man es den Leuten erlauben wollte, mit dem linken Fuß auf der Rolltreppe noch etwas stehen zu bleiben, während sie mit dem rechten schon „abstiegen“. Menschen, die auf der Rolltreppe nicht laufen wollten, wurden gebeten rechts zu stehen, damit andere sie am Ende überholen konnten, in dem sie sich einen Vorteil durch die extra Stufe, die am Ende da war, verschafften.
Ob das nun so stimmt oder nicht, sei mal dahingestellt, ist aber eine nette kleine Geschichte wie ich finde.
Eine nicht so nette Geschichte ist die von Nick Griffin. Dieser Herr ist Chef der BNP (British National Party), einer am äußersten rechten Rand angesiedelten Partei, die u.a. nur hellhäutigen Menschen die Mitgliedschaft gewährt. Dieser Herr wurde von der BBC zur landesweit berühmtesten Politiksendung, der „Question Time“ eingeladen, in der sonst nur Politiker von gemäßigten Parteien auftreten. Seit Tagen ist dies das Thema Nummer 1, ein Kollege hat mich extra schon darauf hingewiesen, dass es heute (22.10.) gesendet wird. Ob ich es mir angucke weiß ich allerdings noch nicht, denn es fängt erst sehr spät an. Ich bin jedoch gespannt auf die Reaktion meiner Kollegen und werde darüber berichten.
Morgen werde ich an dieser Stelle mal wieder ein bisschen von meiner Arbeit hier erzählen. See you later!
Kommentare : Kommentar schreiben »
Kategorien : Gemischtes
Tea Time!
19 10 2009An diesem Wochenende hiess es für mich sich ein wenig in die sonst relativ unbekannten Gefilde der Kunst zu begeben. Ich besuchte zusammen mit Jenny die Tate Britain in London. Zu sehen war dort die Ausstellung Turner&Masters. Da ich nicht jedes Wochenende in einer Kunstausstellung bin, kann ich hier jetzt auch keine fachmännischen Kommentare verfassen. Nur so viel: Es lohnt sich auch fuer “Kunstbanausen” wie mich, mal in so eine Ausstellung zu gehen, einfach beeindruckend.
Anschliessend besuchten wir dann noch eine alte britische Institution – die BBC. In deren Television Center wollten wir eine Führung mitmachen. Als wir ankamen saß auch schon unsere Gruppe, die zu 95 Prozent aus sehr alten Menschen bestand, schon erwartungsvoll im grossen Eingangsbereich. Wir setzten uns dann auch erstmal, auch um die riesige Schlange vor dem Eingang zu einem ganz besonderen Studio zu beobachten. Es war das Studio in dem “Strictly come dancing” stattfindet und live ausgestrahlt wird. Was aber ist “Strictly come dancing”? Das wusste ich zum Glück schon, denn meine Gastmutter ist geradezu verrückt nach dieser Sendung. Es ist eine englische Castingshow, in der mehr oder weniger berühmte Gestalten vor einer Jury tanzen.
Aber zurück zur Fuehrung. Die war leider nicht besonders spannend. Wir sahen zwar den grossen Newsroom von aussen, aber sonst bekamen wir wenig relevante Informationen zur BBC mitgeteilt, was sicherlich auch daran lag, dass man auf den Gängen allgemein nach Tänzern von “Strictly..” Ausschau hielt. Auch die beiden Damen, die die Führung machten, waren eher darauf bedacht, die älteren Damen aus unserer Gruppe danach auszufragen, wer denn ihr Liebling in der Sendung sei. Na ja, es war also nicht gerade nach den Vorstellungen eines “Informationsspezialisten”.
Am Sonntag bin dann wieder auf eigene Faust unterwegs gewesen. Diesmal guckte ich mir 2 wunderschöne englische Dörfer an – Alfriston und Rye. Diese Dörfer sind teilweise noch sehr gut erhalten, insbesondere Rye hat noch viele Häuser, die aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen, teilweise auch noch ältere. In diesem kleinen Dorf hatte ich dann eine “Tea Time” und zwar in einem Cafe, was sich “Simon the Pieman” nannte, eine Übersetzung würde an dieser Stelle leider komplett den Reim zerstören
. Es gab schwarzen Tee, Milch dazu (was übrigens sehr lecker schmeckt) und hausgemachte Scones, also kleine Brötchen mit Erdbeermarmelade und Butter.
Insgesamt ein sehr schönes, wieder sehr interessantes Wochenende, sieht man einmal von den Fussballergebnissen aus der Bundesliga aus Berliner Sicht ab.
Kommentare : Kommentar schreiben »
Kategorien : Gemischtes
Englische Zeitungen…
15 10 2009…berühmt, berüchtigt. Ich habe mir ein paar genauer angeschaut und werde meine Ergebniss nach und nach HIER veröffentlichen.
Ab heute ist mein Bericht über den Guardian online, den man HIER nachlesen kann.
Kommentare : Kommentar schreiben »
Kategorien : Gemischtes
Einfache Frage, keine leichte Antwort
12 10 2009Seit wann genau und warum eigentlich werden Rekorde im Sport erfasst und aufgezeichnet?
Einfach, oder?
Von wegen. Dies ist eine Aufgabe, die mir der Professor gestellt hat und er möchte bis Freitag eine Antwort darauf haben. Ich habe mich also an die Arbeit gemacht und erst mal „gegoogelt“. Meine Suche muss ich natürlich in Englisch durchführen was die Sache keinesfalls leichter macht. Außerdem macht es Google einem auch nicht immer leicht, man findet zwar immer irgendetwas, aber halt oft nur irgendetwas, nicht immer das, nach dem man auch tatsächlich sucht. Also schmiss ich die Datenbank SPORTDiscus an, die Uni-Mitarbeitern die Möglichkeit bietet, in den Beständen der Universität und in den Beständen an anderen Standorten zu suchen. Diese Datenbank ist sehr modern gestaltet und bietet so einiges an Fachliteratur zu den Themen Sport und Freizeit an. Schließlich habe ich auch einen Aufsatz gefunden, der mir relevant erschien und wollte ihn mir ausleihen. Leider musste ich feststellen, dass der Aufsatz nicht in der Bibliothek der Uni und auch in keiner anderen Bibliothek, auf die ich Zugriff habe, finden ließ (denn er stammt aus einem Deutschen Journal). Etwas enttäuscht begab ich mich in eine etwas besser vertraute Datenbank, die ZDB. Und siehe da, die Stabi hat’s, wie so oft! Jetzt muss ich nur noch herausbekommen, ob die Bibliothek der Uni auch eine Fernleihe bei der Stabi durchführen kann, oder nicht.
„Nebenher“ ist es außerdem noch meine Aufgabe, so viele Sportverbände wie möglich zu befragen, ob sie ein Archiv besitzen und wenn ja, wie groß es ist und ob es Beschränkungen beim Zugang auf dieses gibt. Ich hätte nicht gedacht, dass Sportverbände, die ja doch für Sport stehen, also Einsatz, Leistungsbereitschaft und meist auch Schnelligkeit, so lange brauchen, um mir diese, doch recht einfache Frage, zu beantworten. Die letzte von 121 Mails habe ich letzten Montag abgeschickt, bis heute, also eine Woche später, habe ich ca. 15 Antworten erhalten. Darunter jedoch auch sehr nette, einige schickten mir auch Bücher, die die Geschichte des jeweiligen Verbandes beinhalten. Darunter auch die LEN (Ligue Européenne de Natation – Europäischer Schwimmverband). Dieser Verband schickte mir ein hochwertiges Buch (und das kostenlos) über ihren Verband zu, was „mein“ Professor wohlwollend und mit 2 erhobenen Daumen (was hier soviel heißt wie „sehr gut“) zur Kenntnis nahm. Dann versuchte er jedoch noch “Ligue Europeennne de Natation” moeglichst franzoesisch klingend auszusprechen, wobei es an der Umsetzung doch etwas haperte.
Aber sei’s drum.
Oder wie meine Gastmutter zu sagen pflegt: „never mind“!
By the way, heute hat schon meine 4. (!!!) Woche hier begonnen und mittlerweile habe ich mich eigentlich an alles hier gewöhnt (soweit ich es gesehen oder erlebt habe), habe die „restlichen“ Wochenenden schon komplett geplant und würde gerne mal eine Woche einfach frei haben, um die Gegend und vor allen Dingen London noch besser erkunden zu können, außer nur die Wochenenden zur Verfügung zu haben. Letztes Wochenende habe ich übrigens eine Tour durch das Wembley Stadion mitgemacht, einfach Wahnsinn! Berichten werde ich darüber evtl. zu einem späteren Zeitpunkt, die Bilder sind jedoch schon online.
Nächstes Wochenende steht dann die Tate Britain sowie eine Tour im BBC Television Center in London auf dem Programm.
Im Laufe dieser Woche oder evtl. nächste Woche werde ich mir auch mal die englischen Zeitungen etwas genauer angucken und über meine gewonnenen Erkenntnisse natürlich berichten.
Kommentare : Kommentar schreiben »
Kategorien : Aufgaben
What is english mentality?
8 10 2009Heute ist es mal an der Zeit etwas über meine gesammelten Eindrücke zur englischen Mentalität aufzuschreiben.
Was ich hier bis jetzt (z.B.) beobachten konnte, ist, dass die Engländer ein sehr friedliches Völkchen sind. Friedlich heißt in diesem Fall nicht, dass es hier keine Gewalt gibt, sondern vielmehr, dass sie Dinge, „die halt so sind“ einfach hinnehmen und sich nicht weiter darüber aufregen.
Dafür habe ich ein paar Beispiele. Vor einigen Tagen wollte ich mit dem Bus nach Brighton fahren. Als ich mich gerade gesetzt hatte, beobachtete ich eine Frau die, noch ca. 100 Meter vom Bus entfernt, anfing zu diesem zu rennen, um ihn noch vor Abfahrt zu erreichen. Als sie nur noch wenige Schritte entfernt war, schloss der Fahrer die Türen und fuhr ab. Die „normale“ Reaktion wäre jetzt wohl gewesen, lauthals über den Fahrer, dann den Bus und schließlich über das Busunternehmen allgemein zu schimpfen. In Berlin wäre der Bus wohl noch mit einem Pflasterstein beworfen worden, aber das hier nur am Rande.
Diese Frau aber tat nichts anderes, als sichtbar zu seufzen und sich anschließend, mit einer Zeitung bewaffnet, ins Wartehäuschen zurückzuziehen.
Ein weiteres Beispiel ist mir auf meiner Fahrt nach London aufgefallen. Auf der Rückfahrt (Sonntagabend) gab es Schienenersatzverkehr mit Bussen, was für einen Berliner schon mal angenehm ist, da wenigstens etwas fährt… Außerdem musste man mehrmals umsteigen. Und auf der letzten Teilstrecke setzte die Bahn dann nur 2 Wagen ein und einige blieben deshalb auf dem Bahnsteig zurück. Aber anstatt sich lauthals bei dem bereitstehenden Servicepersonal zu beklagen, nahmen die Damen und Herren diesen Umstand fast teilnahmslos hin. Es wurden sogar noch Späße darüber gerissen zu so später Stunde noch auf einem Bahnhof „in the middle of nowhere“ warten zu müssen (dabei verwendeten sie allerdings nicht nur Oxford-Englisch, sondern bedienten sich auch einer etwas herberen Sprache, die ich jetzt hier nicht wortwörtlich wiedergeben möchte).
Das wohl bekannteste Beispiel ist die Sperrstunde in den Pubs. Diese wird von allen respektiert und man geht ohne murren, für deutsche Verhältnisse frühzeitig, aus dem Pub.
Was mir auch noch aufgefallen ist, dass die Engländer viel mehr über sich selbst lachen können, als ich das von den Deutschen kenne. Das ist mir insbesondere bei den doch so hochgebildeten, promovierten Mitarbeiter der Uni aufgefallen. Eine sehr sympathische Sache, wie ich finde. Ich habe mir fest vorgenommen, zumindest einen Teil dieser Mentalität, in mir zu „konservieren“.
Denn vielleicht ist es auch gar nicht schlecht mal öfters und herzlich über sich selbst lachen zu können, anstatt alles immer Bierernst zu nehmen.
Kommentare : Kommentar schreiben »
Kategorien : Gemischtes
Englisches Wetter…jetzt auch hier
6 10 2009Nachdem die letzten beiden Wochen hier ein absolut super Wetter war, mit Sonne und ca. 20 Grad, regnet es nun seit gestern auch an der sonst so sonnigen Südküste Englands. Das hindert manche Engländer aber nicht daran, trotzdem mit T-Shirt und kurzer Hose auf die Straße zu gehen…Ich habe den Regen gestern natürlich völlig unterschätzt, hatte keine Kapuze und keinen Regenschirm dabei und kam pitschnass in der Uni an. Zum Glück war diesmal die Heizung an.
Heute, Dienstag, lief es wieder sehr gut auf Arbeit. Ich telefonierte mit dem Co-Coordinator des Projekts. Dieser gab mir neue Arbeitsaufträge, die sich jetzt erstmal wie ein großer Berg vor mir auftürmen und ich mich erst mal “sortieren” muss, um damit klarzukommen und die Aufgaben zu erledigen. Fair enough, that can be done.
Nach der Arbeit ging es wieder in einen Pub in der Nähe, zusammen mit 4 Kollegen, alles Doktoren, die mich wie selbstverständlich einluden. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist sie zu verstehen, da sie so schnell und mit so viel Fachwörtern gespickt redeten. Aber sie nahmen auch Rücksicht auf mich und es fand sich immer einer, der mir eine kurze, mit einfachen Wörtern erklärte Zusammenfassung des vorher gesagten mitteilte. Was mir jedoch auch sehr positiv aufgefallen ist, dass die Herren, trotz ihres hohen intellektuellen Levels, sehr bodenständig (“down to earth”) sind und nicht überheblich mir gegenüber oder sonstwie abgehoben sind. Das sind einfach sympathische, nette Menschen von nebenan, die die ganze Woche über schon dem Wochenende entgegenfiebern und sich Gedanken machen, wie denn ihr Lieblingsverein spielen wird. Außerdem nehmen sie sich selbst und ihre Doktorwürde nicht allzu ernst und lachen auch herzlich und gerne über sich selbst. Zudem sind sie sehr offen gegenüber “anderen”. Das hat mich irgendwie beeindruckt…
Kommentare : Kommentar schreiben »
Kategorien : Eastbourne
6,5 Stunden Zugfahrt…
4 10 2009Und das alles nur, weil ich zum Fußball nach London wollte???
Ja!
Es hätte allerdings nicht so lange gedauert, wenn es nicht, wie es hier so schön heißt “improvement works” an der Strecke gegeben hätte. Diese verzögerten die Fahrt nach London um einiges, sie dauerte nun statt 1,5 Std, gute 2,5, Std. Ausserdem ist das Stadion von West Ham, die ich zum Spiel gegen Fulham (2:2) besuchte, im äußersten Osten Londons gelegen und so kam diese lange Fahrtzeit zustande.
Das Spiel an sich war auch sehr gut, insbesondere, da ich in der ersten Reihe direkt hinter dem Tor saß.
Vor dem Spiel war ich noch kurz am Buckingham Palace und habe mir dort “Changing of the Guards” angeguckt. Ein beeindruckendes Schauspiel wie ich finde. Die Straßen waren überfüllt und die Menschen standen in Massen vor dem Palast, um sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen.
Kommentare : Kommentar schreiben »
Kategorien : Gemischtes

