Museen: langweilige, verstaubte, leere Gebäude! Oder doch nicht?

1 11 2009

Diese Wochenende war ein ganz besonderes, nicht nur, weil es mein letztes hier in Eastbourne war sondern gerade auch, weil meine Schwester mich besuchte. Gemeinsam machten wir dann London „unsicher“. Am Samstag, an dem Halloween war, waren wir dem Anlass angemessen im Tower of London, zu dem meine Schwester bemerkte, dass es nicht ginge, „wenn man 8 Wochen in der Nähe von London wohnt und dann nicht im Tower war“. Also hin.

Der Eintritt von 17 Pfund verschlug einem jedoch erst einmal die Sprache. Zum Glück hatte ich meinen Bibliotheksausweis der Uni von Brighton dabei und somit kostete es „nur“ 14,50 Euro. Dieses Geld war allerdings wirklich gut angelegt! Es ist einfach beeindruckend sich innerhalb der wunderschönen alten Gemäuer zu befinden und die Geschichte dieses Ortes förmlich spüren zu können. Man kann sich entweder einer Tour anschließen oder den Tower allein erkunden, für die individuelle Variante entschieden wir uns. Besonders beeindruckend waren natürlich die „Crown Jewels“, die sich in einem Tresorraum befinden, dessen Türen jeweils 2.000 Kilo wiegen (!!) Bevor man an den Juwels mittels „Laufband“ vorbeigeschleust wurde, wird einem auf einer großen Leinwand die Krönung von Queen Elisabeth gezeigt, quasi zur Einstimmung auf die Juwels. Die gezeigte Krönung, zu der wir persönlich ja keinerlei Beziehung haben und die auch schon einige Zeit zurückliegt, war wirklich beeindruckend und man sah sich etwas in die feierliche Stimmung zurückversetzt.

Nach diesem Highlight fuhren wir mit der Dockland Railway, einer Art S-Bahn, nach Greenwich. Auf dem Weg dorthin fuhren wir auch durch Canary Wharf, das Bankenviertel Londons. Viele Heuschrecken und „Boni-Bezieher“ sah man allerdings nicht auf den Straßen, vielleicht auch, weil es Samstag war.

In Greenwich gingen wir zum Royal Observatory, von dem man einen unglaublichen Blick auf London hatte. Zurück ging es dann wieder durch den Greenwich Park, der ebenfalls wunderschön ist, gerade wenn Herbst ist und jeder Baum eine andere Farbe hat.

Am Abend dann testeten wir das Nachtleben Eastbournes, was gerade an Halloween, sehr interessant ist. Überhaupt, Halloween hat hier eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland. Besonders „Trick or Treat“ ist unter der jüngeren Generation sehr beliebt. Meine Gastmutter lief wie im Laufrad von der Küche zur Tür und murmelte dabei: „three lollies left…two lollies left…one lolly left .“

Am Sonntag dann war endlich ;-) mal wieder englisches Wetter. Wahrscheinlich auch deshalb haben wir unseren Zug verpasst und konnten somit erst eine Stunde später als geplant in London sein. Da allerdings so schönes „Museumswetter“ war, entschlossen wir uns in das British Museum zu gehen. Ich glaube ich habe noch nie ein volleres Museum gesehen. Das Museum an sich ist einfach unglaublich – groß, interessant, schön! Der Architekt Norman Foster hat da ganze Arbeit geleistet, wie ich finde. Es gibt eine riesige Auswahl an Exponaten und man würde es auch in einer Woche Campen im Museum nicht schaffen, sich alles anzugucken. Wir ließen uns einfach ein wenig treiben, soweit die Füße und der mittlerweile knurrende Magen uns trugen. Als wir wieder auf die Straße traten, was gar nicht so einfach war wegen der mittlerweile entstandenen, mind. 300 Meter langen Schlange, schien uns wieder die Sonne ins Gesicht und wir konnten unsere Tour unter freiem Himmel fortsetzen.

Insgesamt war es also ein sehr schönes, kulturelles Wochenende.

Nun beginnt schon meine letzte Woche hier in Eastbourne und der Zeitpunkt nähert sich schnell, an dem ich den Ort, der 7 Wochen mein Zuhause war, verlassen muss. Meine Gastmutter jedenfalls hat mir schon mal gesagt, dass ich immer herzlich Willkommen bin und sie sich sehr freuen würde, wenn ich mal wieder vorbei käme. Und das ist doch was, oder?

Alle Bilder zu meinem Wochenende wie immer HIER


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